Tours

From SantiagoWiki.eu
Jump to: navigation, search
Land: Frankreich
Region: Centre
Département: Indre-et-Loire
Koordinaten: 47.3954 N 0.6937 E
Höhe (m ü. NN): 44-109 m
Fläche (in km2): 34,36 km²
Einwohner: 134.000
Postleitzahl: 37000-37200
Wikipedia (DE): Tours (DE)
Wikipedia: Tours
Website des Ortes: Ort Tours
(ohne "Datei:")


Geschichte

Gleich am Ortseingang von Tours an der N152 sind archäologische Stätten.

Das Caesarodunum der Römer wurde später als Urbs Turonum (Turonenstadt) bekannt. Im 3. Jh. wurde dort vom hl. Gatien das Christentum eingeführt. Es konnte sich jedoch erst unter dem hl. Martin (316-397) durchsetzen. Ihn wählten sich die Bürger der Stadt gegen den Widerstand der anderen Bischöfe zum Bischof. Er gründete die Abtei Marmoutier. Sie wurde seine Grabstätte und ein bedeutendstes abenländ. Pilgerziel.

Um 370 wurde ein ca. 9 ha großes Castrum errichtet. Es wurde Sitz des Bischofs. Der 1. gesicherter Bischof der hl. Litorius (337-371). Sein Nachfolger wurde Martin (371-397). Bald nach seinem Tode wurde er als größter Heiliger und Wundertäter Galliens verehrt. Bischof Perpetuus ließ 471 über seinem Grab eine Basilika errichten. Chlodwig, der 507 das Westgotenreich zerschlug, rief Martin als Helfer zum Sieg an und besuchte sein Grab.

573 wurde Gregor von Tours, der 1.große frz. Geschichtsschreiber, Bischof. Im 6. Jh. war Tours ganz auf die Verehrung des hl. Martin ausgerichtet. Es wuden Klöster und Kirchen errichtet. Es strömten Pilger zu.

Karl d.G. war ein großer Verehrer des hl. Martin. Unter ihm wurde der Gelehrte Alcuin Abt von Marmoutier, das inzwischen zu einer der reichsten Abteien Europas geworden war, mit Liegenschaften in vielen Ländern und mehr als 20.000 Leibeigenen. Alkuin, Mitarbeiter Karls des Großen und Organisator der 1.Theologie- und Philosophievorlesungen in Frankreich, war im 8. Jh. Abt von St-Martin. 853 und 903 überfielen Wikinger Tours. Die starke Befestigung schützte die Stadt, nur St-Martin und Marmoutier erlitten schwere Schäden.

Ende des 10. Jh. verfiel die Stadt immer mehr. Ende 11. Jh. wurde in grandiosen Dimensionen die Basilika von St-Martin neu errichtet. Dies führte zur Wiederbelebung des Martinkultes. 1356 wurde eine neue Stadtmauer errichtet, die 58 ha umschloss. Die Bürger verwalteten sich weitestgehend selbständig.

Ab 1444 wurde Tours ein wichtiger Sitz der frz. Könige und der Regierung. Im 15./16. Jh. war Tours eine reiche Weberstadt für Seiden und golddurchwirkte Stoffe (1470 die Seidenmanufaktur gegr.). Rüstungsbetriebe gossen Geschütze.

In Tour wurden 6 Synoden abgehalten (567 und 813 für kirchl. Reformen; 1054 Beeidigung der Abendmahlslehre; 1060 Beschlüsse gegen Simonie; 1096 und 1163 zur Tagespolitik).

Tours ist die Hauptstadt der Region Touraine, dem "Garten Frankreichs". Im MA hatte es als Pilgerstation und Sammelpunkt auf dem Weg nach SdC eine große Bedeutung. Die Pilger besuchten hier den frz. Nationalheiligen., den hl. Martin. Sein Grab war seit dem 5. Jh. während des ganzen MA hindurch Ziel von Pilgerwallfahrten.

Kirchen

Kathedrale St-Gatien

St-Gatien zeigt die gesamte Entwicklung der Gotik vom Anfang des 13. Jh. bis in die beginnende Renaissance auf. So ist der Chor frühgot., die Krypta und das Schiff hochgot. und die Fassade spätgot. Der Nordturm (15. Jh.) und der Südturm (16. Jh.) ruhen auf einer gallo-röm. Stadtmauer. Ihre Laternenkuppeln wurden erst in der Renaissance aufgesetzt.

Die 3 Portale der Westfassade sind im Flomboyant-Stil. Über der Westrosette (15. Jh., sie gleiche eher „einer Schmuckvitrine, als auch einem Blumengarten.“) ist eine Galerie. Die Rosetten des Querschiffs (14. Jh.). zeigen das Gloria und das himmlische Jerusalem. Das nördl. wurde so groß erbaut, dass es durch eine starke Mittelrippe gestützt werden musste.

Die Glasfenster des Chorraums (13. Jh.) zeigen von li. nach re. die Schöpfungsgeschichte, Szenen des AT und NT bis zu den Heiligen des MA.

Die Kath. ist mit vielen Heiligen verbunden: Die hl. Blanca von Kastilien (1188-1252) und Ludwig der Heilige (1219-1270) förderten den Bau der Kath. Johanna von Orleans (1411-1431), Franz von Paula (1436-1507), Clodilde, Genoveva, viele frz. Könige und zahllose Jakobspilger besuchten die Kath. In ihr ist die Grablege der Kinder Karls VIII.

In der vom hl. Lidorius errichteten Vorgängerkirche erhielt der hl. Martin seine Bischofsweihe. Mit dem Kreuzgang La Psalette stellt die Kath. eine der schönsten Kirchen der Christenheit dar. Sint-Julien ist eine von Chlodwig gegr. Klosterkirche, die im 13. Jh. umgebaut wurde. Von ihr blieb nur der Turm mit Vorhalle (11. Jh.) erhalten blieb. Die Glasfenster stammen von modernen Künstlern. Daneben haben sich Überreste der Abtei erhalten, so der got. Kapitelsaal und der Weinkeller (12. Jh.) und der Hof des Kreuzganges mit einer Kelter (16. Jh.).

ND-la-Riche

ND-la-Riche, im westl. Randgebiet der Altstadt, wurde öfter umgebaut. Im Chor sind interessante Glasfenster (16. Jh.) zu sehen.

Basilika St-Martin

St-Martin wurde nach mehrmaliger Zerstörung durch Normannen und Hugenotten 1890-1920 wieder aufgebaut und 1925 geweiht. Die Armreliquie des hl. Martin wird in der Basilika aufbewahrt, die des Kopfes wird den ganzen November hindurch über dem Hauptaltar ausgestellt. In der Krypta ruht der Erbauer der Basilika, Kardinal Meignan. Der Marmor und Sandstein des Mausoleums stammt aus Schottland.

Vom 10.-14. Jh. wurde St-Martin immer wieder vergrößert. Die Kapetinger-Könige (987-1328) erklärten sich offiziell zu Schutzherren von St-Martin. 5 Päpste besuchten die Stiftskirche Im 15. Jh. ließ Ludwig XI. um das Grab des Martin und den Reliquienschrein ein Gitter aus Silber aufstellen. Es wurde von Franz I. verwendet, um seine unglückliche Expedition nach Pavia zu finanzieren.

1562 wütete 100 Tage in der Basilika der Religionskrieg. Dabei ging der ganze angesammelte Schatz verloren. Die Reliquien wurden verbrannt, auch die des hl. Martin. Ein Priester konnte nur Fragmente retten.

In der Frz.Rev. wurde die Basilika als Pferdestall benutzt. Zahlreiche Teile des Dachgestühls und der von Vauban entworfenen Eisenversträkungen, um die Gewölbe zu stützen, wurden gestohlen. 1797 stürzte ein Teil des Gewölbes ein. Vergeblich bemühten sich die Gläubigen um die Rettung der Basilika, doch sie wurde schließlich abgerissen. Durch die Achse der Kirche wurde eine Straße angelegt. Von den 5 Glockentürmen blieben nur 2 erhalten.

Abtei Marmoutier

Abtei Marmoutier liegt ca. 4 km östl. am rechten Loireufer. Neben dem neuen, von Nonnen bewohnten Kloster, finden sich noch Überreste des vom hl. Martin 372 gegr. Klosters. Es wurde im MA befestigt. Ein schönes Portal (13. Jh.), Verteidigungsmauern, die Reste einer Kirche und unterirdische Zellen sind noch zu sehen.

Sehenswürdigkeiten

Präfektur ist in einem ehem. Kloster aus dem 18. Jh. eingerichtet. Der Kreuzgang wurde zum Ehrenhof. Die Altstadt wurde, nachdem sie äußerst baufällig war und im Krieg stark beschädigt wurde, im großen Rahmen renoviert. So erstrahlen alte Häuser, wie das Hotel Gouin, das auf rom. Fundamenten ruht, in neuem Glanz.

Sonstige Infos

Heilige

Der hl. Martin von Tours (316-397) gilt als der Apostel der Touraine und Galliens. Er wirkte schon zu Lebzeiten viele Wunder. Neben Heilung von Aussätzigen, Epileptikern, Mondsüchtigen, Besessenen, Lahme, Blinde und anderen Kranken, erweckte er auch 3 Tote wieder zum Leben auf.

Gregor von Tours (538-594) ist vor allem durch seine Schriften bekannt.

Legenden

Dass der hl. Gatian (3. Jh.) der 1.Bischof von Tours war, gilt als Legende.

Pilger

LSJ: Besuche auf diesem Wege an der Loire auch die ehrwürdigen Reliquien des hl. Bischofs und Bekenners Martin. Er soll drei Tote wunderbar zum Leben erweckt haben und Aussätzige, Epileptiker, Schwachen, Mondsüchtigen, Besessenen und anderen Krenken die Gesundheit wiedergeschenkt haben. Sein Schrein mit den hl. Reliquien ruht bei der Stadt Tours; er erstrahlt durch viel Silber, Gold und Edelsteine und ist wegen vieler Wunder berühmt. Darüber wurde die ehrwürdige Basilika zu seiner Ehre nach dem Abbild der Kirche des hl. Jakobus wunderbar erbaut. Dorthin kommen Kranke und werden geheilt, vom Teufel Besessene befreit, Blinde sehend gemacht, Lahme aufgerichtet und alle möglichen Krankheiten geheilt; allen ehrfürchtig Bittenden wird vollkommene Stärkung zuteil. Deshalb wird der ehrenhafte Ruf des hl. Martin duch würdige Lobreden zum Ruhme Christi überall verbreitet.

  • 1495: Danach kommst du nach Tours. Die St-Martins-Kirche ist scöhn, mit Andacht sollst du hineingehen. Da liegt der liebe Herr St-Martin begraben.
  • 1531: Tours ist eine schöne Stadt. Dort liegt der Leichnam des hl. Martin.

Logistik

Refugios

Campingplätze

Supermärkte

Quellen und weitere Infos

Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur

Links