Saintes

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Land: Frankreich
Region: Poitou-Charentes
Département: Charente-Maritime
Koordinaten: 45.7446 N -0.6327 E
Höhe (m ü. NN): 2-81 m
Fläche (in km2): 45,55 km²
Einwohner: 26.000
Postleitzahl: 17100
Wikipedia (DE): Saintes (DE)
Wikipedia: Saintes
Website des Ortes: Ort Saintes
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Geschichte

Im Land der Santonen blühte das röm. Mediolanum Santonum als Zentrum des Südwestens (u.U. die 1.Hauptstadt der röm. Provinz Aquitania). Eine gr. Straße verband es mit Lyon. Röm. Ruinen belegen es: ein Aquaedukt, ein Amphitheater (1. Jh.) und den Germaniusbogen (18/19 n.C.).

Der hl. Eutropius (3. Jh.) soll der 1.Bischof gewesen sein, belegt sind sie seit dem 4. Jh. Die 1,5 km lange röm. Stadtmauer (4. Jh.) umschloss 16 ha und wurde im 13. Jh. erweitert. Im 11. Jh. entstanden außerhalb 2 neue Stadtviertel. Ende des 12. Jh. wurde an Stelle der röm. eine neue Brücke über die Charente gebaut.

Im 11.und 12. Jh. erlebte die Romanik in der Saintonge ihre Blütezeit.

1240 kamen Franziskaner, 1293 Dominikaner nach Saintes.

Im MA war die Stadt mit dem Priorat Cluny´s eine bedeutende Zwischenstation auf dem Pilgerweg nach SdC. 1790 wurde Saintes Hauptstadt des Departement, 1810 machte Napoleon La Rochelle zur Hauptstadt. Die Stadtmauer wurde im 19. Jh. abgerissen, da Saintes stark wuchs. Durch Anschluss an die Eisenbahn entstand ein neues Stadtviertel.

Heute ist Saintes mit 26.000 Einw. die Hauptstadt der Saintonage.

Kirchen

St-Pierre

St-Pierre (15. Jh.) konnte dank erfolgreichem Ablasshandels neu errichtet werden. Sie ist als ehem. Kath. das bedeutendste Bauwerk dieser Zeit in der Gegend. Vom rom. Bau (1137 begonnen) stehen nur die Grundmauern und Querschiffkuppeln. Der 58 m hohe, unvollendete Turm mit seiner abgekanteten Kuppel besitzt ein meisterhaft gearbeitete got. Portal mit einer Vielzahl von Figuren. Die Überreste des zur Kirche gehörenden Kreuzganges wurden freigelegt und restauriert.

St-Eutrope

St-Eutrope (11. Jh.) wurde 1096 von Papst Urban II. 1096 geweiht und im 15. Jh. umgebaut. 2 Kirchen lagen übereinander, Querschiff und Chor mit Troforium. Das einzigartige Schiff wurde in der Frz.Rev. zerstört. Sie gehört mit ihrem 80 m hohen got. Turm (1840) zu den schönsten Bauten der Stadt. Die Krypta ist das älteste kirchliche Bauwerk der Saintonge (um 1100) und soll aus Resten der früheren Bauten errichtet worden sein. Hier sind die Gebeine des hl. Eutropius in einem Reliquienschrein (4. Jh.) aufbewahrt. Er starb als Märtyrer und wurde das Ziel zahlreicher Pilger. In einer ehem. Kapelle ist ein 45 m tiefer Brunnen, dessen Wasser für die Taufe der frühen Christen verwendet wurde. Daneben steht ein Taufbecken (11. Jh.).

Abbaye aux Dames

Abbaye aux Dames (1047 an der Stelle eines Klosters aus dem 6. Jh. gegr.) war ein reiches Frauenkloster. Abtissinnen, die aus den besten frz. Familien stammten, trugen auch Bischofsstab und Mitra. 1792 starb die letzte Äbtissin, die Abtei wurde Gefängnis, dann bis 1924 Kaserne. 1942 einer rel. Bestimmung übergeben. 1988 endeten die 1976 begonnenen Bauarbeiten.

Die Klosterkirche ist mit ihrer Fassade (12. Jh.) ein schönes Beispiel rom. Baukunst repräsentieren den Kirchentyp des Poitou. Die halb in die Erde eingelassene Kirche besitzt ein reich mit Skulpturen versehenes Hauptportal.

Dreifaltigkeits-Kirche

Dreifaltigkeits-Kirche (6. Jh. begonnen) hat eine Unterkirche und einen östl. Teil der Oberkirche aus dem 11. Jh. Der übrige Bau der Kirche stammt aus dem 12. Jh.

In der Kirche (?)Nr.2 (B) ist re. hinten ein interessantes Kapitell zu sehen, das die Dreifaltigkeit zum Ausdruck bringen will. In der Kirche (?)Nr.3 (C) ist eine sehr große Muschel auf jeder Seite des Haupteingangs als Weihwasserbecken an der Westseite angebracht. Der Muschelrand ist vergoldet.

St-Palais

St-Palais (12. Jh.) war lange Zeit ein Nebengebäude der Abtei. Ihr Schiff stammt aus dem 12. Jh. und die Kreuzrippengewölbe aus dem 13. Jh.

Sehenswürdigkeiten

  • Amphitheater (1. Jh.) liegt in einer natürlichen Bodensenke. Die Arena mißt 64 m mal 39 m und faßt 20.000 Zuschauer. Noch heute finden hier Aufführungen statt.
  • Arc de Germanicus wurde im Jahr 19 zu Eheren des Tiberius errichtet und besteht aus zwei großen Bogen, die den Architrav tragen. Er stand als Eingang am alten Hafen und wurde Mitte des 19.Jhs. Stein für Stein an die heutige Stelle versetzt. Dahinter steht das Museum der Archäologie.
  • Thermen von St-Soloine sind nur noch dicke Mauern mit nischenartig Halbtonnengewölben erhalten.

Sonstige Infos

Heilige

Legenden

Bischof Europius entstamme einem adeligen persischen Geschlecht. Er sei der Sohn von Xerses und seiner Frau Guiva. Schon als Kind erlernte er die Sprache der Chldäer und der Griechen. Es gab keinen, der ihm an Weisheit und Wissbegier im Reich gleich kam. Daher wollte er sich am Hof des Herodes mit dessen Weisen messen. Da vernahm er den Ruf Jesu, ihm zu folgen. Er sah all die Wunder, die Jesus getan hatte, kehrte nach Hause zurück und erzählte davon. Seine Sehnsucht trieb ihn dazu, wieder zurückzukehren und Jesus wieder zu sehen. Obwohl er nur 45 Tage weg war, hatten die Juden ihn inzwischen gekreuzigt. Am Pfingsttag erfuhr er, dass die Jünger den Hl. Geist empfangen hatten. Voll des Geistes kehrte Eutopius nach Babylon und tötete mit dem Schwert die Juden, die er in seinem Vaterland traf. Bald kamen die Apostel Simon und Thaddäus nach Babylon und tauften ihn und viel Volk. Mit Petrus ging er nach Rom. Dieser schickte ihn mit anderen Brüdern nach Gallien, um dort zu predigen. So kam Europius nach Saintes. Die Menschen vertrieben ihn jedoch. So ging er nach Rom zurück. Petrus war inzwischen gekreuzigt. Sein Nachfolger Clemens ermahnte ihn, nach Saintes zurückzukehren. Zusammen mit Dionysius ging er nach Gallien. Dionysius ging nach Paris, Eutropius nach Saintes. An einem 30. April brachten ihn Metzger von Saintes in seiner kleinen Hütte bei Saintes um.

Pilger

LSJ: In der Stadt Saintes auf dem Jakobsweg müssen die Pilger ehrfürchtig den Leichnam des hl. Bischofs und Märtyrers Eutropius besuchen. Seine hl. Passion schrieb dessen Mitstreiter und Bischof von Paris, der hl. Dionysius, in griech. Sprache auf und schickte sie durch Vermittlung des hl. Papstes Clemens nach Griechenland an seine Verwandten, die inzwischen schon an Christus glaubten. Diese Passion lernte ich einstmals in Konstantinopel in der Schule der Griechen kennen. Sie fand sich in einem Buch mit den Leidensgeschichten mehrerer hl. Märtyrer. .. Am 30 April kamne die Metzger der Stadt mit vielen anderen Heiden zu der erwähnten Hütte, steinigten den hl. Mann Gottes zunächst, schlugen dann den Entblößten mit Stücken und bleiernen Riemen, um ihn schließlich durch die Enthauptung mit Äxten und Beilen zu töten. .. Später wurde über den heiligsten Körper des seligen Eutropius eine große Basilika zu seiner Ehre von den Christen in bewundernswerter Arbeit im Namen der hl. und unteilbaren Dreifaltigkeit errichtet. Dort werden die von den verschiedensten Krankheiten Geplagten befreit: Lahme werden aufgerichtet, Blinde sehend gemacht, Tauben wird das Gehör zurückgegeben, Besessenen werden erlöst und allen, die reinen Herzens bitten, wird heilbringende Hilfe gewährt. Eisenketten, Handfesseln und weitere versch. Eiseninstrumente, von denen der hl. Eutropius Gefangene befreite, sind dort aufgehängt. Er möge deshalb durch seine würdigen Verdienste und Gebete für uns bei Gott Vergebung erbitten, unsere Laster beseitigen, die Tugenden in uns beleben, unser Leben lenken, uns in Todesgefahr dem Höllenschlund entreißen, am Jüngsten Tag den Zorn des Ewigen Richters für uns zähmen und uns zum Himmelreich führen.

  • 1495: .. nach 4 Meilen nach Saintes; dort beachte, dass man zu Eutropius Almosen gibt. Danach findest du am Ende der Brücke ein Kloster.

Zitat

Delpal: Die Saintonge ist eine an rom. Baudenkmälern reiche frz. Region. Als Durchgangsgebiet auf dem Weg nach SdC besitzt sie Hunderte von kleinen Kirchen aus weißem Stein mit einfachen Grundriß: ein Schiff, runder oder vieleckiger Chor, von Bogenwerk unterteilte Fassade. Der ganze Reichtum und das Können der Handwerker rom. Kunst drückt sich in den Bogenläufen der einzigartigen Portale aus, die von zwei Blendbogenwerken eingerahmt werden.

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Quellen und weitere Infos

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Einzelnachweise

Literatur

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