Saint-Benoît-sur-Loire

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Land: Frankreich
Region: Centre
Département: Loiret
Koordinaten: 47.8097 N 2.3050 E
Höhe (m ü. NN): 105-115 m
Fläche (in km2): 18,27 km²
Einwohner: 2.000
Postleitzahl: 45730
Wikipedia (DE): St-Benoît-sur-Loire (DE)
Wikipedia: St-Benoît-sur-Loire
Website des Ortes: Ort St-Benoît-sur-Loire
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Geschichte

Ca. 35 km Loire aufwärts ist der Wallfahrtsort St-Benoit-sur-Loire. Dort kann der Pilger in der Abtei St-Benoit Reliquien des hl. Benedikt von Nursia verehren, dem Schutzheiligen des Abendlandes.

Am früheren Heiligtum der heidn. Druiden errichteten eine Handvoll Benediktiner 651 die Abtei Fleury. Der Mönch Aigulf brachte 672 nach der Plünderung von Monte Cassino durch die Langobarden (660) die Reliquien des hl. Benedikt und seiner Schwester Scholastika nach St-Benoit. Damit wurde das Kloster zu einer Hochburg der Christenheit. Im 9. Jh. wurde das Kloster dreimal von norm. Piraten heimgesucht, die Reliquien konnten jedoch immer zuvor in Sicherheit gebracht werden. Wiedererrichtet und durch Mauern gesichert erreichte das Kloster im 10./11. Jh. seine Blüte. Hier trafen sich Papst Innozenz II., Bernhard von Cairvaux und König Ludwig VII. Durch Kardinal Richelieu begann das Kloster wieder aufzublühen. Das Kloster wurde in der Frz.Rev. aufgelöst, verkauft und bis auf die Kirche zerstört.

Seit 1944 sind hier wieder Benediktiner, seit 1959 ist es wieder eine Abtei.


Kirchen

Kirche

St-Benoit (1067-1218) ist eine berühmte Abteikirche. Das 112 m lange Schiff aus Stein ist das beste Zeugnis der Hochromanik im Loiretal. Der von Abt Gauzlin (1004-1030) errichtete Vorhallenturm ist ein autonomer Baukörper vor der 3schiffigen Kirche. Er ist Prestige- und Verteidigungsbau zugleich und hatte urspr. ein 3.Geschoß, das Franz I. als Strafsanktion abbrechen ließ. Danach bekam er das heutige Zeltdach mit Laterne. Im Erdgeschoß hat er figurale und mit Blattwerk geschmückte Kapitelle. Im Oberschoß ist ein höherer Saal mit menschlichen Figuren an den Kapitellen. Er diente als Kapelle.

1067 wurde mit Krypta, Chor und Querschiff begonnen, war 1108 fertiggestellt. Das gegen 1150 angefangene Schiff wurde 1218 eingeweiht. Es ist ist ein Hauptwerk der Romanik. Über der Vierung erhebt sich ein massiver Turm. Das reichgeschmückte Nordportal (um 1200) zeigt im Tympanon den thronenden Christus mit den 4 Evangelisten. Es wurde 1996 renoviert. Der Chor besitzt Radialkapellen. Die Apsis ist etwas erhöht. Im Boden ist ein italienisches Mosaik (5./6. Jh.) eingelegt, das um 1535 erweitert wurde. Im nördl. Querschiff ist eine Alabasterfigur der ND-de-Fleury (14. Jh.). Sehenswert sind das Chorgestühl (1413 von 2 Künstlern aus Orleans), das Grabmal Philips I. (+1108), das Retabel (17. Jh.) und die rund 550 Kapitelle (um 1090 im Chor, Ende 12. Jh. im Schiff) an Außen- und Innenbau, von denen sich die großartigsten an der rechten Flanke der Chorpartie befinden. Sie erzählen vom Leben des hl. Benedikt.

Das rom. Hauptschiff besitzt ein got. Gewölbe. Die Empore kam 1704 hinzu. Die große Muschel ist rein dekorativ. Im Querschiff ist eine Alabasterstatue (14. Jh.) der ULF von Fleury. Im Chor ist ein buntes, röm. Marmormosaik (4./5. Jh.), das im 11. Jh. nach Fleury gebracht wurde, um den Vorgängerbau zu schmücken. Im Chor ist König Philipp (+1108) beigesetzt.

In der unter dem Chorhaupt gelegenen Krypta sind noch die Gebeine des hl. Benedikts untergebracht. Sie wurden 1964 in einen neugestalteten Schrein gelegt, da der ma. Schrein verschwand. Der von massigen, im Halbrund aufgestellten Pfeilern gestützte Bau stammt aus dem 11. Jh. Der doppelte Umgang und die Gewölbe betonen den strahlenförmigen Charakter der Krypta.

Die Basilika besitzt 2 Altäre. Hinter dem Hauptaltar (unten) ist die Mauer des Bekenntnisses, die die Kirche von der Krypta trennt. Der obere Altarbereich ist dem hl. Benedikt geweiht. Er befindet sich genau über der Gebeinen des Patrons.

Unterhalb des Tonnengewölbes sorgen große Fenster für viel Licht.

Der Narthex vergegenwärtigt in Architektur und Kapitellen die Apokalypse, den Sieg Jesu über die Mächte des Bösen. So ist im Turm der Plan der Himmlischen Stadt, das Neue Jerusalem, wie es Johannes in seiner Vision schaute. - Sein quadratischer Grundriss öffnet sich nach allen Seiten mit je 3 Arkaden mit eingezogenen Bögen auf Halbsäulen. So entstehen die 12 Tore. Die Kirche ist 73 m lang, 17 m breit, die Kuppel 24 m hoch, der Altarraum 18 und das Hauptschiff 20 m hoch.

Die Figurenkapitelle (11. Jh.): Nr. 6: Inschrift UNBERTUS ME FECIT (Unbertus hat mich geschaffen) Nr. 8: Re. öffnet das Lamm (Christus) auf dem Altar das Buch mit den 7 Siegeln. Li. sind 4 Reiter, Träger der Waage, die dem Ende der Zeit vorangehen. Nr. 10: Menschen zeigen Christus das Buch ihres Lebens. Re. oben drängen sich die Auserwählten in einem turm um ihn. Unten sind 2 Menschen im Feuersee, durch eine zinnenbewehrte Mauer getrennt. Nr. 11: In der Mitte erscheint der triumphierende Christus dem hl. Johannes. Li. erhält er den Auftrag, an die 7 Gemeinden zu schreiben, dargestellt durch die Leuchter. Nr. 30: Die gespaltene Seele, der geistige Kampf, die Seele widersteht dem Satan. Nr. 37: Der hl. Martin teilt seinen Mantel. In der Mitte triumphiert er über den Drachen, zu seinen Füßen Engel (Offb 12). Nr. 39: Die Flucht nach Ägypten. Die Frau der Apokalypse und der Kampf des Engel Michael gegen den Drachen, dem Teufel.

Sehenswürdigkeiten

Im Hafen von St-Benoit, der Zwischenlandugnshafen der Loireschiffer war, stehen malerische Fischerhäuser.

Sonstige Infos

Der Dichter Max Jacob, ein zum Christentum konvertierter frz. Jude, fand in der großen Abteikirche seinen Seelenfrieden, ehe er dann als Deportierter im Lager von Drancy starb.

Heilige

Legenden

Pilger

Zitate

Gauzlin über den Vorhallentum: „Er soll für ganz Gallien zum Beispiel werden.“

Logistik

Refugios

Campingplätze

Supermärkte

Quellen und weitere Infos

Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur

Links