Moissac

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Land: Frankreich
Region: Midi-Pyrénées
Département: Tarn-et-Garonne
Koordinaten: 44.1052 N 1.0847 E
Höhe (m ü. NN): 59-199 m
Fläche (in km2): 85,95 km²
Einwohner: 12.000
Postleitzahl: 82200
Wikipedia (DE): Moissac (DE)
Wikipedia: Moissac
Website des Ortes: Ort Moissac
(ohne "Datei:")


Geschichte

Moissac entstand aus der Benediktinerabtei, die im 7. Jh. gegründet wurde. Da es am Rand strategisch wichtiger Straßen lag, musste es den Angriffen der Araber, Normannen und Hunnen standhalten, wurde aber 721 und 732 von den Mauren zerstört. Karl d.G. veranlasste den Wiederaufbau. Als die Abtei sich im Jahre 1047 Cluny anschloss, blühte es für 2 Jh. auf. Abt Odilo machte Moissac zu einer der bevorzugten Station auf der Le Puy-Strecke. Der Grundbesitz des Klosters reichte bis nach Spanien. Es war eines der größten rom. Klöster des Abendlandes. Von dem Kloster ist heute nur noch der ikonographe Kreuzgang erhalten, der älteste seiner Art in Frankreich.

1063 fand in Moissac ein Konzil statt und die erste Abteikirche geweiht. Sie war eine Kuppelkirche. Erhalten ist das eindruckvolle Portal mit einer Glockenturmvorhalle. Am großen Kloster wurde von 1048 bis 1131 gebaut. 1212 wurde Moissac während des Albigenserkrieges belagert und die Abtei schwer beschädigt. Simon de Montfort zerstörte den Kreuzgang. Ende des 13. Jh. wurde der Kreuzgang restauriert. Dabei wurde der gesamte rom. Figurenschmuck wiederverwendet. 1361-1369 wurde Moissac den Engländern überlassen. 1790 wurde das Kloster aufgehoben.

Ein Höhepunkt auf dem Weg nach SdC ist die Abteikirche mit ihrem sehenswerten Kreuzgang. Sie war Ziel vieler Santiago-Pilger und ist es auch heute noch neben den Kunstliebhabern, die alleine deswegen den weiten Weg auf sich nehmen. Die Architektur, vor allem die Skulpturen sind eines der schönsten Zeugnisse rom. Kunst, wie sie nur noch in Vézelay, Autun und Conques vorhanden sind.

Kirchen

Klosterkirche St-Pierre

St-Pierre (11. Jh.), ehem. Abteikirche, ist berühmt wegen seinem gewaltigem Portal, dem grand portail, mit der Darstellung der Apokalypse. Die Wände des Portalvorbaus erzählen die Geschichte der Menschheit im Angesicht des Jüngsten Gerichts, von Sünde und Heil. Die 1110-1130 entstandenen Darstellungen sind eines der schrecklichsten der rom. Ikonographie.

Der Vorhallenturm, der im Saal des Obergeschoßes ein herrliches Gewölbe hat, wurde unter Abt Roger (1115-1131) vollendet. Die Portalskulpturen dürften aus den ersten Jahren des 12. Jh. sein. - Die Türen des Kirchenportals werden von Petrus und Jesaja flankiert. Der kunstvolle Mittelpfeiler zeigt Paulus und Jeremias, dazu 2 überkreuzte Löwenpaare. - Das Schiff und Kuppel der Kirche des 11. Jh. stürzten ein. Somit wurde auf die untere Hälfte des Schiffes das got. aufgesetzt. In der heutigen Kirche (15. Jh.) ist die Darstellung der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten (15. Jh.), ein rom. Kreuz (12. Jh.) und eine Pieta von 1476 zu sehen. Um die rom. Fenster sind noch Wandmalereien des 12. Jh. zu erkennen. In einer Kapelle re. ist eine Grablegung aus dem 15. Jh. dargestellt.

Der 1100 geweihte Kreuzgang ist einer der schönsten der Romanik. Die marmornen Flachreliefs an den Eckpfeilern und die Kapitelle des Kreuzgangs stammen aus dem 12. Jh., die Arkaden von der Restaurierung im 13. Jh. Der Kreuzgang in seiner Gesamtheit ist nicht nur der größte skulpturengeschmückte Kreuzgang, sondern auch einer der besterhaltensten und schönsten. Um seinen Wert zu erfassen, sollte sich für einen Besuch viel Zeit genommen werden.

Das Oratorium aus dem 11. Jh. birgt noch Reste von Wandmalerei. Der Hochsaal über der Eingangshalle steckt voller Symbolik, ein Abbild des himmlischen Jerusalems.

St-Martin

St-Martin geht auf das 7. Jh. zurück und ist damit eine der ältesten Kirchen Frankreichs. Sie wurde auf alte Thermen errichtet und könnte die 1. Abteikirche Moissacs gewesen sein. Im Innern sind Wandgemälde aus dem 15. Jh.

Sehenswürdigkeiten

Sonstige Infos

1856 sollte der Kreuzgang der Eisenbahn nach Bordeaux zum Opfer fallen. Eine Initiative der Bevölkerung rettete dieses Weltkulturerbe. Die Strecke wurde etwas verlegt, so dass die Züge heute durch das ehem. Refektorium fahren.

Heilige

Legenden

506 soll Moissac durch König Clovis gegründet worden sein.

Pilger

Logistik

Refugios

Campingplätze

Supermärkte

Quellen und weitere Infos

Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur

Links