Insel Reichenau

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724 gründete hier Wanderbischof Pirmin ein Kloster, das über 300 Jahre eine große Blütezeit erlebte. Noch heute zeugen die prächtigen Kirchen von dieser Wiege abendländischer Kultur. Mit der „Reichen Au“, mit ihrem fruchtbaren Boden und den ebenso reichen, sie umgebenden Fischgründen hatten die Mönche über Jh. ein Kleinod geschaffen. Die Reichenau spielte eine hervorragende und wichtige Rolle in der Politik und Kultur der karol. Zeit. Reichenauer Äbte waren Räte und Beamte am Kaiserhof, Prinzenerzieher, Diplomaten und Gesandte. Der erste europäische Gartenbau-Traktat (Hortulus) schrieb Strabo 840 auf der Reichenau. Nach seinem Muster wurde neu ein Garten angelegt. Ebenso entstand um 830 ein Idealplan eines benediktinischen Klosters, der sog. St. Galler Klosterplan. Die drei rom. Kirchen St.Georg, [[St.Maria] und Markus sowie St.Peter und Paul sind Zeugen einer kulturellen, rel. und politischen Blütezeit des Klosters. Berühmt war die Reichenau aber auch für ihre Bibliothek. Sie wurde zu Beginn des 9.Jh. von Bibliothekar Reginbert zu einer der bedeutendsten ihrer Zeit aufgebaut. Im 10./11.Jh. erlebte das Kloster mit der Reichenauer Schule, ihrer Buch- und Wandmalerei, einen letzten Höhepunkt in ihrer Geschichte. Unschätzbare Kenntnisse über die Ereignisse Anfang des 11.Jh. ist der Chronik des R. Mönchs Hermann des Lahmen zu verdanken. Auf der Reichenau konnte der Pilger Reliquien des hl. Markus und in Petershausen die des hl. Gregor und hl. Gebhard zu besuchen. 1757 wurde das Kloster aufgelöst. 1830 wurde der Fahrdamm angelegt, über den die Reichenau heute zu erreichen ist. Am 30.11.2000 wurde die frühere Klosterinsel Reichenau mit ihren drei rom. Kirchen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 2004 kehrten nach rund 250 Jahren Abwesenheit eine Gruppe Benediktiner auf die Insel zurück. Die Cella St.Benedikt wurde durch den Beuroner Erzabt Theodor Hogg förmlich eingerichtet und ist nun als Nieder­lassung von Beuron in die Ordensstruktur eingebunden. Die Mönche wollen Bogen schlagen vom Historischen zum Geistlichen. Der Erzabt wünschte sich: „Die Gemeinschaft soll sich als Keimzelle auf uraltem benediktinischem Boden neu entwickeln.“