Glossar der Architektur

From SantiagoWiki.eu
Revision as of 17:21, 22 September 2019 by Klaus (talk | contribs)
(diff) ← Older revision | Latest revision (diff) | Newer revision → (diff)
Jump to: navigation, search

Dieses Verzeichnis der Fachausdrücke wurde entnommen aus: Günter Bandmann: Die Bauformen des Mittelalters.[1]

  • Abakus = Deckplatte des Kapitells.
  • Abfasen = Abschrägen der Kante eines Baugliedes. Die abgeschrägte Kante heißt Schmiege. Sie kann die Form einer Hohlkehle haben.
  • Abhängling = knaufartiger, herabhängender Schlussstein.
  • Abseite = Seitenschiff
  • Anschiffung = Schräge Ansetzung der kleineren Quertonne an die Haupttonne des Kreuzgewölbes.
  • Apsis = Apside (Koncha, Exedra, Tribuna): halbkreisförmige oder mehreckige Altarnische mit Halbkuppel oder Rippenwölbung.
  • Apsidiole = nebengeordnete kleinere Apsis.
  • Architrav = der den Säulen aufliegende, das aufgehende Mauerwerk tragende horizontale Steinbalken.
  • Archivolte = Stirnfläche des Bogens, die durch Profile in die Laibung übergehen kann.
  • Arkade = Bogenstellung, Bogenreihung
  • Atrium = 1. offener Mittelraum eines römischen Hauses. 2. Vorhof einer Kirche, auch Paradies oder Galiläa genannt.
  • Attika = gegliederte niedrige Mauer über dem Kranzgesims zur Verdeckung des Dachansatzes.
  • Attische Basis = Säulenfuß, bestehend aus zwei Wülsten, die durch eine Hohlkehle getrennt werden.
  • Aufriß = geometrische Darstellung einer inneren oder äußeren Bauseite.
  • Auskragung, Ausladung = Vorspringen eines Baugliedes oder Bauteiles über die Sockelflucht.
  • Baldachin = freistehendes oder an die Wand gesetztes Einzelgewölbe zur Betonung eines kultisch hervorragenden Platzes oder Gegenstandes.
  • Balkon = offener unbedeckter Austritt mit Brüstung aus einem oberen Stockwerk.
  • Balustrade = Brüstung, die aus gereihten Säulchen besteht. Einzelglied = Baluster
  • Bandrippe = Rippe mit einfachem rechteckigem Querschnitt.
  • Basilika = drei- oder mehrschiffige längsgerichtete Anlage, deren Mittelschiff überhöht ist und eine eigene Lichtführung hat.
  • Basis = Säulen- der Pfeilerfuß. Sie ist breiter als der darüber aufgehende Körper.
  • Bergfried = Verteidigungsturm im Burgkomplex
  • Bering, Zingel = Umfassungsmauer einer Burg (Burgmauer)
  • Binder = 1. Ziegelstein der seine Schmalseite nach außen kehrt. Der im Mauerzuge liegende Stein heißt Läufer. 2. Verstärkungs- und Querbalken im Dachstuhl.
  • Birnstab = Gewölbegerippe mit birnenformiger Profilierung
  • Blenden = der Wandfläche zur Dekoration aufgelegte Bauglieder = meist gereihte Bögen -, die nicht die dahinterliegende Mauer durchbrechen.
  • Bogenfeld, Tympanon = Vom Bogen umschlossene Mauerfläche.
  • Bosse = bucklige Rohform eines steinernen Baugliedes.
  • Bossenquader = an der Außenseite unbehauener Quader.
  • Bossenwerk = Rustika
  • Bündelpfeiler = zusammengenommene Gruppe von Diensten und Vorlagen, die den Pfeilerkern verdecken können.
  • busig, gebust = Bewölbe mit steigenden, konkaven Kappen.
  • Chor: der für die Kleriker bestimmte Teile der Kirche, besteht aus Chorquadrat (Vorchor) und Chorhaupt (Apsis). Liegt meist höher als die übrige Kirche.
  • Chorschranken = die den Chor gegen den Laienraum abschließenden Schranken (Lettner). Bei Kirchen mit Chorumgang schließen sie zuweilen auch den Chor vom Umgang ab.
  • Ciborium = der auf Säulen ruhende, den Altar überdeckende Baldachin
  • Confessio = unter dem Altar liegendes Heiligengrab, das seit dem 8. Jh. durch einen umlaufenden Gang zugänglich gemacht wird.
  • Dachreiter = dem Dachfirst aufsitzendes Glockentürmchen ohne bis auf den Erdboden reichende Stützen.
  • Deambulatorium = Umgang
  • Diakonikon, Sakristei = Kammer neben dem Chor zur Aufbewahrung von Kirchengerät (Prothesis).
  • Diamantierung = ornamentale Reihung von kleinen Steinpyramiden.
  • Dienst = langgestreckte, der Wand vorgelegte Säulen in Halb-, Dreiviertel- oder voller Ausarbeitung, die den Gewölbefuß oder die Rippen des Gewölbes stützen. "Alte Dienste" stützen Gurte (Romanik). "Junge Dienste" stützen Rippen (Gotik).
  • Dom = Haus Gottes (Domus Dei). Bischofskirche, In Frankreich meist Kathedrale, in Deutschland zuweilen auch Münster genannt, wobei auch eine große städtische Pfarrkirche gemeint sein kann. In Frankreich bezeichnet "dome" die Außenschale einer vortretenden Kuppel.
  • Domikalgewölbe = kuppelartiges Gewölbe mit untergelegten Rippen ohne tektonische Bedeutung.
  • Dormitorium = Schlafsaal im Kloster.
  • Dreikonchenanlage = apsidale Gestaltung der Kreuzarme und des Chores im Grundriß in Kleeblattform erscheinend.
  • Dreipass = kleeblattartig angeordnete Ornamentstreifen mit Rippenprofil.
  • Dreischneuß = fischblasenartige Form im Maßwerk
  • Dreiviertelsäule = dreiviertel aus dem Kern gearbeitete Säule.
  • Eckblatt = blattartige Verzierung an der Basis, die sich zu den vier Ecken der Plinthe legt.
  • Eierstab = antikes Bauornament, das in allen antikisierenden Stilen Europas vorkommt.
  • einhüfiges Gewölbe = Tonnengewölbe mit ungleich hohen Fußlinien.
  • Empore =
  • Entasis = Schwellung des Säulenschafts.
  • Entlastungsbogen = Bogen innerhalb der Mauer zum Abstützen der Mauerlast über einer Öffnung oder über einem schwächeren Bogen.
  • Epistelseite = Südseite der Kirche. (Kelchseite, Männerseite)
  • Eselsrücken = geschweifter Spitzbogen, dessen Schenkel aus einer konkaven oder einer konvexen Kurve zusammengesetzt ist.
  • Estrade = Fußbodenerhöhung im Innern eines Raumes.
  • Evangelienseite = Nordseite der Kirche (Brotseite, Frauenseite)
  • Fächerfenster = Fenster des romanischen Stils mit schmalem Unterteil und ausgebreitetem Oberteil mit aus kleinen Rundbogen gebildetem Rand.
  • Fächergewölbe = Gewölbe, dessen Rippen von einem Punkte fächerförmig ausstrahlen.
  • Fachwerk- Holzrahmenwerk, das mit anderen Baustoffen ausgefüllt ist.
  • Fassade = durchkomponierte Schauseite eines Gebäudes.
  • Felderfries = gereihte Tafel mit Steinrahmen am romanischen Chor.
  • Fiale = Spitzpfeiler, dessen Schaft (Leib) mit Maßwerk besetzt ist und über einem Satteldach oder Giebel einen mit Krabben besetzten Helm trägt (Riesen).
  • Fischblase, Schneuß = Maßwerkform, aus Kreissegmenten zu einem flammenähnlichen Gebilde zusammengesetzt.
  • Flachbogen = Bogen, der kleiner als ein Halbkreis ist.
  • Flucht = gerade Linie, durch die ein Komplex von Bauwerken oder Räumen ausgerichtet ist.
  • Formsteine = Backsteine von besonderer Form, die als Zierglieder verwendet werden.
  • gekuppelt = Verbindung zweier gleicher Bauglieder (etwa Säulen) durch ein gemeinsames Drittes (etwa eine gemeinsame Deckplatte).
  • Gesims = horizontaler Wandstreifen, der den Aufbau der Wand gliedert (Fuß-, Sockel-, Kranzgesims), oft reich profiliert und von Konsolen getragen.
  • gekröpftes Gesims = Wandgesims, das über die vorgelegten Bauglieder geführt ist.
  • Fries = Wandstreifen mit gereihten Ornamenten.
  • Futtermauer = eine zur Verkleidung von Felsen oder zur Abdämmung der Erde errichtet Mauer.
  • Galerie = 1. räumeverbindender Gang. 2. Bezeichnung für Emporen, d.h. einen langgestreckten Raum in einem oberen Stockwerk, der sich nach einer Seite in Arkaden öffnet.
  • gestelzter Bogen = Bogen, dessen Schenkel zunächst gerade anlaufen.
  • Galiläa, Paradies = Bezeichnung für die Kirchenvorhalle oder den Vorhof.
  • Gebälk = profilierte, horizontale von Stützen getragene Steinbalken.
  • Gewände = schräger Mauerschnitt, der durch Fenster oder Portale gebildet wird.
  • Gewölbe = Überdeckung eines Raumes in gebogener Linie mit Steinen, die sich gegenseitig stützen.
  • Gewölbejoch = der durch einen Gewölbeabschnitt mit den dazugehörigen Stützen bezeichnetee Raumteil.
  • Gewölbekappen = konkave Teile eines zusammengesetzten Gewölbes.
  • Giebel = dreieckige, ,aufrechtstehende Wandfläche, die zunächst an der Schmalseite eines Satteldaches entsteht. Verselbständigt auch über Portalen und Fenstern.
  • Gratgewölbe = Kreuzgewölbe, dessen vier Kappen einen diagonal durchschnittenen Tonne im Zusammenstoß Grate bilden.
  • Gurtbogen = dem Gewölbe unterlegter Mauerbogen zum Stützen und zur Abgrenzung der Gewölbejoche.
  • Halbsäule = eine aus der Wand oder dem Stützenkern nur halb vortretende Säule.
  • Halle- zwei- oder mehrschiffige Anlage mit gleich hohen oder annähernd gleich hohen Schiffen.
  • Hallenkrypta = zwei- oder mehrschiffige Krypta mit gleich hohen Schiffen.
  • Hängekuppel = Kuppel, deren Fußkreis den zu überwölbenden rechteckigen von Basen und Gesimsen.
  • Hängeplatte = die am weitesten vorgeschobene Platte des Kranzgesimses.
  • Hängezwickel = von ineinandergreifenden, abwechselnd nach oben und unten gelegten Hohlziegel heißt: Mönch und Nonne.
  • Hexagon = ein über einem Sechseck errichteter Zentralbau.
  • Hohlkehle = konkave, stabartige Aushöhlung. Häufig bei der Profilierung.
  • Hohlziegel = Dachziegel mit halbkreisförmigem Durchschnitt. Die Anordnung Raum umschreibt.
  • Hufeisenbogen = Bogenabschnitt, der größer ist als der Halbkreis.
  • Ikonostasis = von 3 Türen durchbrochene Bilderwand, die das Allerheiligste in der griech.-orth. Kirche vom Gemeindetraum trennt.
  • Inkrustation = Verzierung der Wand durch Belgen mit bunten Steinen.
  • Interkolumnium = Abstand von Säule zu Säule an einer Akadenreihe. Gemessen von Säulenachse zu Säulenachse.
  • Joch = s. Gewölbejoch
  • Kaffgesims = das aus der Schrägen der Fenstersohlbank abgeletete Gesims, das den ganzen Außenbau mit allen seinen Gliedern umläuft.
  • Kampanile = freistehender Glockenturm
  • Kämpfer = das vortretende Glied der Platte über einem Säulen- oder Pfeilerkapitell auf dem der Bogen aufruht.
  • Kannelierung- senkrechte Riefelung eines Säulenschaftes.
  • Kapitell = Kopf der Säule oder des Pfeilers.
  • Karner = runder oder mehreckicker Zentralbau auf Friedhöfen mit 2 Stockwerken: im unteren Raum werden die Gebeine aufbewahrt, im oberen werden die Gottesdienste gefeiert.
  • Karnies = Profil aus Konkave und Konvexe, S-förmig. Auch als Schnitt durch Stab und Hohlkehle aufzufassen.
  • Kassetten = rechteckige vertiefte Felder in der Flachdecke oder im Gewölbe.
  • Katharinenrad = aus dem Attribut der hl. Katharina abgeleitete Bezeichnung für ein Radfenster.
  • Kathedrale = in Frankreich, England und Spanien übliche Bezeichnung für Bischofskirche.
  • Kehle = s. Hohlkehle.
  • Keilstein = Stein mit trapezförmigen Seitenflächen, der für Bogen und Gewölbekonstruktionen benutzt wurde.
  • Kielbogen = etwas gedrücktere Form des Eselsrücken.
  • Kleeblattbogen = aus 3 Kreissegmenten zusammengesetzter Bogen.
  • Klostergewölbe = Gewölbe aus 4-8 Kappen zusammengesetzt, die als sphärische Dreiecke gegeben, mit ihren geraden Basen ein Vier- oder Vieleck geben.
  • Knospenkapitell = spätrom. Abwandlung des korinthischen Kapitells.
  • Kollonade = Säulengang mit geradem Gebälk.
  • Kollegiatskirche = s. Stiftskirche
  • Knoche = Nische, Apsis
  • Königsgalerie = Galerie mit Königsfiguren an der Westfassade frz. Kathedralen.
  • Konsole = vorkragender Stein, der andere Bauglieder oder Ornamentformen trägt.
  • Korbbogen = gedrückter Rundbogen.
  • Krabbe = Kriechblätter an Bogen- oder Giebelschenkel.
  • Kranzgesims = oberstes, abschließendes und meist stärkstes Gesims eines Gebäudes.
  • Kreuzblume = gotische Steinspitze mit kreuzförmig angeordneten Blättern in einer oder mehreren Schichten.
  • Kreuzgang = überdachter, quadratischer Wandelgang für Mönche, meist direkt an die Kirche angebaut.
  • Kreuzkuppelkirche = Kuppelkirche über dem griech. Kreuz.
  • Kreuzgerippe =
  • Krypta = kleine Unterkirche, meist als frühe Grabanlage, oft mit Gebeinen eines Heiligen.
  • Kuppel = Kugelabschnitt, der einen Raum überwölbt.
  • Lady Chapel = kleiner, der Maria geweihter Zentralraum am Scheitel des got. Chors.
  • Laibung = senkrechter Gewändeschnitt eines Bogens oder Fenster.
  • Langhaus = der zum Hauptaltar führende Teil der Kirche, im Gegensatz zum Querhaus.
  • Lanzettbogen = gestreckter Spitzbogen.
  • Laterne = befensteter Kuppelaufsatz.
  • Laube = ebenerdiger Bogengang, der dem Bauwerk einbezogen ist.
  • Läufer = s. Binder
  • Laufender Hund = als Wellenband gestaltetes mäanderartiges Ornament.
  • Laufgang = schmaler Gang in der Mauerdicke.
  • Lettner = Scheidewand von bühnenartiger Gestaltung zwischen Chor und Gemeindehaus, mit Zugängen zum Chor versehen.
  • Lichtgaden = Fensterzone des Mittelschiffs in einer Basilika.
  • Lisene = vortretender vertikaler Mauerstreifen ohne Basis und Kapitell.
  • Lohstein = leichter Ziegelstein, der in der Gotik für Gewölbe benutzt wurde.
  • Lünette = halbkreisförmiges Wandstück über einer Tür oder einem Fenster.
  • Mäander = aus dem griech. Kunstkreis stammendes Ornament, das aus einer rechtwinkelig gebrochenen, vor- und rückwärtslaufenden Linie besteht.
  • Maßwerk = im allgem. Sinn Stabwerk mit Rippenprofil in verschied. geometr. Figuren. Die Formen können durchbrochen sein (Fenster, Wimperge) oder geblendet.
  • Mausoleum = monumentales gebäudeartiges Grabdekmal.
  • Meßbildverfahren = Architekturaufnahmen auf großen Platten, die es durch ein besonders Verfahren gestatten, die Aufnahmen zeichnerisch und maßgerecht auszuwerten.
  • Mittelschiff = mittleres Schiff des [[Langhaus]es, der Basilika oder Halle.
  • Modul = unterer Durchmesser der Säule. In der Antike und Renaissance wichtigstes Maßeinheit zur Bestimmung der Säulenordnung.
  • Muttersäule = Kern eines Bündelpfeilers oder einer mit Diensten versehenen Säule.
  • Narthex = quer zur Basilika vorgelagerte Eingangshalle.
  • Nase = eingezogener Zusammenstoß von Maßwerkstücken.
  • Nebenchor = chorartiger Abschluß eines Seitenschiffes neben dem Chor des Mittelschiffes, dem Hauptchor.
  • Netzgewölbe = Rippengewölbe ohne Jocheinteilung mit netzartiger Anordnung der Rippen.
  • Nonnenchor = der den Nonnen vorbehaltene Chor außer dem Hauptchor, meist auf Emporen oder im Westen der Kirche.
  • Obergaden = Lichtgaden.
  • Okulus = kleines, kreisförmiges Fenster.
  • Oktogon = ein über einem Achteck errichteter Zentralbau.
  • opus incertum = unregelmäßiges Mauerwerk aus Bruchstein und Mörtel.
  • opus reticulatum = röm. Mauerwerk mit netzförmig angeordneten Steinen.
  • opus spicatum = Mauerwerk mit grätenähnlich geordneten Steinen.
  • Oratorium = kleiner Gebetsraum.
  • Ostung = Ausrichtung der Kirche von Westen nach Osten.
  • Palas = Wohnbau innerhalb der Burg, Hauptsaal in den Pfalzen, der von außen durch eine Freitreppe zugänglich gemacht wird.
  • Palmette = häufig verwendetes Ornament, das aus fächerartig geordneten, tropfenförmigen Blättern besteht.
  • Paradies = s. Atrium
  • Paß = Maßwerkfigur, die sich aus überhalbkreisförmigen Kreisabschnitten zusammensetzt. Es gibt Drei-, Vier- u.s.w. und Vielpässe.
  • Pastrophorien = Chornebenräume (Sakristei)
  • Pendentif = dreieckige Kugelstücke (sphärische Dreiecke], die zur Überleitung von eckigen Unterbau zur runden Kuppel dienen. Sie können als Reste der umschreibenden Hängekuppel aufgefasst werden.
  • Perlstab = Ornament aus gereihten Perlen oder Kugeln.
  • Pfeiler = freistehende Stütze von achteckigem Querschnitt. Sie hat Basis und Kapitell.
  • Pilaster = nicht freistehender, der Wand verbundener Pfeiler.
  • Pilzkapitell = einfache Kapitellform der karolingischen und ottonischen Zeit in Gestalt einer schwach profilierten Scheibe.
  • Plinthe = Fußplatte einer Stütze
  • Polygon = Vieleck.
  • Polsterquader- Quader mit abgerundeter Außenseite.
  • Portikus = säulengetragene offene Vorhalle oder von Säulen umgebener Vorplatz.
  • Presbyterium = Priesterraum, Chor.
  • Profil = Umrisslinie eines durchschnittenen Körpers.
  • Prothesis = nördl. der Apsis gelegener Nebenraum zur Vorbereitung kultischer Handlungen (Sakristei)
  • Pseudobasilika = Halle mit überhöhtem Mittelschiff, die aber keine eigene Beleuchtung hat.
  • Pultdach = ein an eine senkrechte Rückwand angelehntes, schräg abfallendes Dach, wie ein Pult.
  • [[Pyramidendach = Turmdach aus vier oder mehr aneinandergelehnte Dreiecke.
  • Quader = massiver, rechteckiger, behauener Stein.
  • quadratischer Schematismus =
  • Quergurt = Gewölbegurt von einer Schiffsseite zur anderen.
  • Querschiff = quer zum Langhaus liegender Arm der Kirche, als Vorraum des Chores. Ergibt im Grundriss der Kirche eine Kreuzesform.
  • Radfenster = kreisrundes Fenster mit Maßwerkfüllung.
  • Refektorium = Speisesaal im Kloster.
  • Reiswerkkirche = norwegische Stabkirche.
  • Remter = Speisesaal in Bauten des deutschen Ritterordens.
  • Röllchenfries = Fries aus wechselnd aus der Richtigung geschobenen Stabstücken.
  • rhythmische Travee = Wandjoch, das rhythmisch zusammengesetzt ist, also wechselnde (alternierende) Stützen oder verschiedene gestaltete Arkaden.
  • Riese = s. Fiale.
  • Ringtonne = in einem halben oder ganzen Ring geführte Tonne (z.B. in karol. Zeit in Verbindung mit der Confessio).
  • Rinnleiste = s. Karnies.
  • Rippe = den Diagonalgraten des Kreuzgewölbes unterlegte profilierte Steinstege.
  • Risalit = ein in ganzer Höhe des Bauwerkes vorspringender Gebäudeteil.
  • Rohbau = Ziegel- oder Bruchsteinbau, dem noch der Verputz fehlt.
  • Rotunde = kleiner Rundbau.
  • Rundbau = s. Zentralbau.
  • Rundbogen = Bogen über dem Halbkreis.
  • Rundbogenfries = gereihte, kleine Rundbögen unter einem Gesims
  • Rundfenster = kreisförmiges Fenster.
  • Rundpfeiler = gemauerte Säule ohne Schwellung und Verjüngung.
  • Rundstab = stabartige Verzierung von halbrundem Querschnitt.
  • Rustica = Mauerwerk aus an den Außenseiten unbehauenen oder an den Rändern abgefasten Quadern.
  • Saalkirche = längsgerichtete Kirche ohne freistehende Stützen.
  • Sakarmentshaus = rechts neben dem Altar aufgestelltes kleines Bauwerk von pyramidalem Aufbau zur Aufbewahrung der konsekrierten Hostien.
  • Sanktuarium = Altarraum, Chor.
  • Sargwand = von außen gesehene Obergaden.
  • Satteldach = Dach aus zwei zueinandergeneigten rechteckigen Dachflächen, die in der Firstlinie zusammenstoßen.
  • Säule = freistehende Stütze, die aus Basis, Schaft und Kapitell besteht.
  • Schachbrettfries = Fries aus wechselnden hellen und dunkllen (erhabenen und vertieften) kleinen Rechtecken.
  • Schaftring = steinerner Ring, der sich um den Säulenstamm legt und meist den Zusammenstoß von zwei Schaftstücken verdeckt.
  • Scharrierung = Furchung der Oberfläche eines Steins.
  • Scheidbogen = Bogen, der das Mittelschiff vom Seitenschiff scheidet.
  • Scheitel = höchster Punkt oder höchste Linie er Überwölbung.
  • Scheitelrippe = Rippe in der Längsrichtung der Kirche.
  • Schiff = längsgerichteter Raum der Kirche. Mehrere nebeneinander gelegte Schiffe bilden je nach Beschaffenheit die Basilika oder Halle.
  • Schildbogen = Bogen, der den Ansatz des Gewölbes an der Wand bezeichnet.
  • Schlußstein = der meist plattenförmige Stein im Schnittpunkt der Kreuzrippen.
  • Schneuß = s. Fischblase
  • Schwibbogen = senkrecht übermauerter Bogen in der Querrichtung der Kirche.
  • Segment = Abschnitt eines Kreises.
  • sechsteiliges Gewölbe = Kreuzrippengewölbe aus Gurten, Diagonalrippen und parallel den Gurten laufenden Rippen.
  • Seitenschiff = die das Mittelschiff flankierenden, meist untergrordneten Längsräume der Kirche.
  • Seitenschub = Druck des Gewölbes zur Seite, der durch Widerlager aufgefangen werden muss. Je flacher der Bogen, desto stärker der Seitenschub.
  • Sims = s. Gesims.
  • Sockel = vortretender Unterbau von einfacher, schwerer Gestaltung, der meist sich durch ein Gesims vom Oberbau abhebt.
  • Sohlbank = Fußfläche des Fensters, zum besseren Lichteinfall oft schräg unten nach innen geführt.
  • Spandrille = s. Bogenzwickel.
  • Spitzbogen = ein im Scheitel gebrochener Bogen, dessen Schenkel aus 2 Kreissegmenten gebildet ist.
  • Stabkirche, Mastenkirche = norwegische Holzkirche.
  • Staffelchor = Gruppe aus mehreren Apsiden, die sich von der Hauptapsis aus rückwärts staffeln.
  • Staffelgiebel = abgetreppter Giebel.
  • Stalaktitengewölbe = Gewölbe der islamischen Baukunst aus vielen Einzelteilen, die in herabhängenden Spitzen enden.
  • Sterngewölbe = Gewölbe mit sternförmig angeordneten Rippen.
  • Stichkappe = eine in ein Gewölbe senkrecht zur Hauptachse einschneidende Kappe, etwa durch ein Fenster verursacht.
  • Stollenkrypta = Krypta aus sich schneidenden Kammern, die meist tonnengewölbt sind.
  • Strebebogen = Bogen, der außen vom Obergaden des Mittelschiffs zum Seitenschiffgeschlagen wird, um den Gewölbeschub abzuleiten.
  • Strebepfeiler = Mauerverstärkung im Außenbau, um den Gewölbeschub aufzufangen.
  • Stützenwechsel = Rhythmisierung der Mittelschiffstützen: Pfeiler = Säule = Pfeiler oder Pfeiler = Säule = Saule = Pfeiler. Auch können die Pfeilerformen durch ihre verschieden gestalteten Vorlagen wechseln.
  • Sturz = waagrechter oberer Abschluss eines Fensters oder einer Tür.
  • Tambur = trommelartiger Unterbau der Kuppel über den Stützen.
  • Taufkirche = selbständiges Bauwerk, oft ein Zentralbau, in Verbindung mit einer Kirche.
  • Tonnengewölbe = halbierter, liegender Zylinder zur Überwölbung eines längsgerichteten Raumes.
  • Transept = s. Querschiff.
  • Travee = s. Joch.
  • Treppenturm = Turm, der eine Treppe in sich birgt, um einen angelagerten hochgelegenen Raum zugänglich zu machen.
  • Triangulatur = Benutzung des rechtwinkligen oder gleichschenkligen Dreiecks zur Festlegung von Gliederungspunkten im Bauwerk.
  • Triforium = durch vorgeblendete oder vor einen Laufgang gestellte Arkaden gegliederte Zone zwischen Stützen und Obergaden in der Basilika.
  • Triumphbogen = Trennungsbogen zwischen Chor und Mittelschiff.
  • Trompe = Kugelstück im Winkel von zwei zusammenstoßenden Mauern, um ein Viereck in ein Mehreck oder Rund überzuleiten.
  • Trumeau = Pfeilerstütze in gekuppeltem Fenster oder Portal.
  • Tympanon = Bogenfeld über dem Portal.
  • überhöhter Bogen = Bogen, dessen Schenkel nach unten senkrecht auslaufen.
  • Umgang = um den Chor geführte Verlängerung der Seitenschiffe.
  • verkröpftes Sims = über die seknkrechten Bauglieder geführtes horizontales Gesims.
  • Vierpaßsäule = vier zu einer Säule verschmolzene Säule.
  • Vierung = Durchdringungsraum von Querschiff und Längsschiff
  • Volute = schneckenförmiges Bauglied.
  • Vorhangbogen = Bogen, von dessen Scheitel die Schenkel zunächst in fallenden Bögen absteigen.
  • vorkragen = Vortreten eines horizontalen Baugliedes.
  • Vorlage = einem Hauptglied oder der Wand vorgelegtes kleineres Glied.
  • Wandpfeiler = an die Wand gelehnter Pfeiler.
  • Wasserschlag = abgeschrägtes Gesims oder schräggestellte Fläche am Strebepfeiler.
  • Wasserspeier = Wasserabläufe am Dachansatz got. Kirchen in Gestalt von Ungetümen.
  • Westwerk -
  • Widerlager = Stütze gegen den Seitenschub des Gewölbes.
  • Wimperg = Ziergiebel, von Fialen flankiert.
  • Würfelkapitell = aus einem unten abgerundeten Würfel bestehendes Kapitell.
  • Zahnschnitt = zu einem Fries geordnete, übereckgestellte Rechtecke.
  • Zeltdach = vierseitiges, pyramidenförmiges Dach.
  • Zentralbau =
  • Ziergiebel = s. Wimperg
  • Zierrippe = Gewölberippe von nur dekorativer Bedeutung.
  • Zinnenfries = den Umriss von Zinnen nachahmender Fries.
  • Zwerchgiebel = Stirnfläche eines quer zum Dach hervortretenden kleineren Daches.
  • Zerggalerie = Laufgang im oberen Teil der Außenmauer, meist am Chor, der sich in Säulenarkaden öffnet.
  • Zwickel = dreieckige Fläche, die sich aus dem Zusammenstoß eine vertikalen und eines horizontalen oder geschwungenen Baugliedes ergibt.


Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Günter Bandmann: Die Bauformen des Mittelalters. Bonn 1949, 223-230.