Estella

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Estella wird zwar in römischer Zeit erwähnt, es finden sich aber keine Reste. Die Neugründung fand durch Sancho Ramirez (1063-1094) statt. Die dort angesiedelten Südfranzosen behielten bis in das 14.Jh. ihre Sprache. Mit anderen Fremdensiedlungen, auch von Juden, bildeten sich einzelnen Stadtviertel Estellas mit eigener Kirche uns Hospziz. 1236 erhielt es Marktrecht und 1251 das Recht, regelmäßgi Wochenmärkte abzuhalten. Dadurch wurde es zu einer bedeutenden Station der Jakobspiler.[1]

Estella ist eine der Städte, die allein aufgrund des Jakobswegs entstanden. 1090 wurde es von Sancho Ramirez als Ansiedlung von Franken gegründet. Als die Blütezeit der Wallfahrt vorüber war, verlor es an Bedeutung.[2]

Estella war einst die Residenz der Könige von Navarra. Sie wurde auch als "Toledo des Nordens" bezeichnet.

Petrus Venerabilis, Abt von Cluny, pries Estella hoch, wenn er von dieser einst prächtigen Stadt schrieb: "Es gibt in spanischen Landen eine edle und berühmte burg; wegen ihrer günstigen Lage und der Fruchtbarkeit der umliegenden Böden, sowie der großen Bevölkerung, die darin wohnt, übertrifft sie alle Burgen in der Umgebung; darum meine ich, daß sie nicht umsonst den Namen Estella trägt."[3]

Den Königspalast ließ Sancho der Weise gegen 1160 errichten. Er war der Vater des über 2 Meter großen SanchoVII, dem Starken. An diesem Palast soll der Kampf Rolands mit dem Riesen Ferragut abgebildet sein (Christentum und Islam im Kampf?).[4]

Durch Ansiedlung von Franken und Juden wurde Estella ein Handelszentrum, das auch kunsthistorisch interessant ist. Romanische und romanisch-gotische Kirchen und Klöster, Reste von Herbergen und 3 Burgen zeugen noch heute von der Jakobuswallfahrt. San Pedro de la Rua, die älteste Kirche der Stadt, besitzt ein maurisch geprägtes Hauptportal, eine reiche Innenausstattung und einen teilweise zerstörten Kreuzgang.[5]

Die restaurierte Kirche San Miguel besitzt aufgrund der Bauzeit vom 12. bis 14.Jh. romanische und gotische Bauanteile. Das Nordportal besitzt einen reichen Figurenschmuck. - Weitere Kirchen sind San Juan Bautista, die unvollendete Grabkirche Santo Sepulcro mit interessantem gotischen Portal aus dem 14.Jh. und der ausgedehnte, gotische Dominikanerkonvent Santiago.[6]

Die Pfarrkirche San Miguel gehörte zum Kloster San Juan de la Pena. Neben dem Nordportal ist auch das Südportal und im Innern das kleine gotische Retabel der hl. Helana mit 8 Bildtafeln sehenswert.[7]

Die Kirche San Pedro de la Rúa mit dem schönen islamischen Portal, dem romanischen Chor mit den 3 Apsiden und den 3 kurzen Schiffen stammt aus dem Ende des 14.Jh. Der Kreuzgang hingegen aus den Anfängen des 13.Jh.[8]

Wie die übrigen Kirchen war auch San Pedro de la Rúa dem Kloster San Juan de la Pena unterstellt. Sie wurde im Übergang vom 12. zum 13.Jh. errichtet. Die beiden fehlenden Flügel des Kreuzgangs wurden 1572 versehentlich bei der Sprengung der Burgdurch PhilippII. zerstört. Im Mittelalter hatte die Kirche einen Pilgerfriedhof.[9]

Die Kirche San Sepulcro glänzt mit ihrem tief anrührigen Skulpturenschmuck aus dem 14.Jh. Auch San Miguel und San Juan ihnen entgegengesetzt auf der anderen Stadtseite die Kirchen Nuestra Senora de Rocamadour und Neustra Senora de Le Puy stammen aus dem Mittelalter.[10]

Die spätromanische Heiliggrabkirche Santo Sepulcro wurde im 14. und 16.Jh. umgebaut. Im großen Tympanon sind Kreuzigung, Auferstehung und Abendmahl dargestellt.[11]

Die einschiffige Iglesia de Santa Maria Jus del Castillo wurde Ende des 12.Jh. an der Stelle einer Synagoge errichtet. Von ihrem Standort aus ist ein schöner Blick über die Stadt zu haben.

Das Monasterio de Santo Domingo aus der Mitte des 13.Jh. wurde zu einem Altenheim umgewandelt.[12]

Nicht nur in Santiago gab es ein wunderbares Sternzeichen: "Im Jahre 1270 wiederholte sich das wunderbare Sternzeichen, diesmal über dem Grab eines anonymen Pilgers. Ein Papier wies ihn als Bischof von Patras aus. Er trug eine Reliquie des Apostel Andreas bei sich, der seitdem als Schutzpatron der Stadt verehrt wird."[13]

Die gotische Kirche Santo Sepulcro glänzt mit ihren drei romanischen Apsiden. In ihren Tympana ist das Letzte Abendmahl, die Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung dargestellt.

Die dreischiffige Kirche San Pedro de la Rúa stammt aus dem 12.Jh., zeigt aber schon gotische Züge. Ihr Nordportal aus dem 13.Jh. ist reich mit dekorierten Archivolten und dem Zackenbogen wie in Puente la Reina und Cirauqui geschmückt. Von ihrem im Süden an die Kirche angrenzenden Kreuzgang sind nur 2 Flügel erhalten.

Die Kirche San Miguel entstand um 1200. Ihre Nordfassade ist reich mit Skulpturen geschmückt. Das Tympanon mit der "Majestas Domini"wird von 5 Archivolten umgeben, auf denen Engel, die 24 Ältesten der Apokalypse, Pariarchen und Propheten, Themen aus dem Evangelium und den Heiligenviten zu sehen sind.[14]



Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Vgl. Hell: Nordspanien, 137.
  2. Vgl. Salamanca, 86.
  3. Petrus Venerabilis: Zitiert nach: Bottineau, 275.
  4. Vgl. Rohrbach, 80; Salamanca, 88.
  5. Fink A., S.123.
  6. Vgl. Wegner, 96.
  7. Vgl. Salamanca, 87.
  8. Vgl. Bottineau, 276.
  9. Vgl. Salamanca, 88.
  10. Vgl. Bottineau, 276.
  11. Vgl. Salamanca, 89.
  12. Vgl. Salamanca, 89.
  13. Wegner, 95. Vgl. dazu auch: Salamanca, 88.
  14. Vgl. Oursel, 115-116.