Bordeaux

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Land: Frankreich
Region: Aquitanien
Département: Gironde
Koordinaten: 44.8379 N -0.5784 E
Höhe (m ü. NN): 1-42 m
Fläche (in km2): 49,36 km²
Einwohner: 240.000
Postleitzahl: 33000-33800
Wikipedia (DE): Bordeaux (DE)
Wikipedia: Bordeaux
Website des Ortes: Bordeaux
(ohne "Datei:")


Geschichte

In der La Tène-Zeit (5.-1. Jh. v.C.) drangen kelt. Stämme bis zur Garonne vor. Strabo berichtet um 18 n.C,. dass emporion (Hafen und Handelsplatz) des kelt. Stammes war. 56 v.C. hatten es Römer erobert. As Burdigala wurde Hauptstadt von Aquitanien. Die Römer legten auch die Grundlage für den Weinanbau.

412 kam es an die Westgoten, 507 an die Franken, 732 hatte es unter der islamischen Invasion zu leiden und kam erst 768 zum frk. Reich. Seit dem Jahre 900 ist für Bordeaux eine eigene Grafendynastie bekannt. Von 1152-1453 stand es unter engl. Herrschaft und erfuhr eine besondere Blütezeit, die noch an ma. Bauwerken abgelesen werden kann. Im 18. Jh. erlebte es eine Hochblüte, die ihr Ende in der Frz.Rev fand. Da die Stadt gemäßigt war, musste sie blutig bezahlen. In den Kriegen 1870, 1914 und 1940 war Bordeaux Zufluchtsort und provisorischer Sitz der frz. Regierung. Bordeaux ist die Hauptstadt Aquitaniens und stellt eines der schönsten Beispiele der Stadtbaukunst Europas im 18. Jh. dar.

Domitia war um 260 die 1.Christin von Bordeaux. 314 nahm ein Bischof Orientalis am Konzil von Arles teil. Die Mutterkirche war St-Étienne. Die Abtei St-Croix wurde im 7. Jh. gegr. 814 wurde mit der Kath. St-André begonnen. 1080 wurde auf dem Konzill von Bordeaux kirchl. Reformen beschlossen, von Cluny inspiriert. Bischof Auillaume-Amanieu (1207-1227) war eifernder Gegner der Albigenser. Im 13. Jh. gündeten Bettelorden hier ihre Niederlassungen: 1228 Minoriten, 1230 Dominikaner, 1239 Klarissen und 1264 Karmeliter. - Um 1030 war das Domkapitel als Kanonikergemeinschaft organisiert. Das Kloster mit den Reliquien der Heiligen lag auerhalb der Stadt. Es verfügte ab 1182 über ein Hospiz. Papst Eugen IV. gründ. 1443 das 1.Kolleg der Universität.

Bordeaux war damit eine wichtige Station am Pilgerweg. Interessanten Abteien wie La-Sauve-Majeur oder Sorde-l´Abbaye sind weitere Höhepunkte dieser Route.

An der schiffbaren Garonne prägen Prachtbauten des 18. Jh. das Stadtbild. Seine engen Gassen sind gut renoviert.

Der etwas flußabwärts gelegene Börsenplatz ist der architektonisch schönste Platz der Stadt. Er wurde 1728-1755 erbaut. Im Börsengebäude befindet sich das Marinemuseum mit Schiffsmodellen vom 17.-19. Jh., Galionsfiguren, alten Karten und Stichen und nautischen Instrumenten.

Bordeaux ist heute die viertgrößte Stadt Frankreichs und gilt als die Stadt der Weine. Mit der Weinausfuhr wurde bereits im 4. Jh. begonnen. Sie werden über diesen größten frz. Hafen am Atlantik in 150 Welthäfen versandt. Die Stadt hat zahlreiche gut erhaltene Bauwerke des MA.

Kirchen

Kathedrale St-André

St-André (12.-15. Jh.) stammt aus verschiedenen Epochen: Langhaus (12. Jh.) Chor und die beiden Querschiffe im hochgot. Stil (15. Jh.). Sie ist in ihren Maßen mit der ND in Paris vergleichbar, das jedoch noch mit rom. Grundriß. Die Kath. besitzt eine schöne got. Apsis. Da sie an die Stadtmauer stieß, hat sie eine kahle Fassade. Das schönste Tor ist das Porte Royale (13. Jh.) mit bemerkenswertem Statuenschmuck. Die got. Figuren werden mit denen von Reims und Amiens verglichen. - Sehenswert ist der Kichenschatz mit vielen wertvollen Gemälden.
Bischofspalast vor der Kath. befindet sich das Rathaus der Stadt und das Museum des 18. Jh. mit Möbeln, Wandteppichen, Stichen, Emails und Fayencen.

St-Michel

St-Michel (14.-16. Jh.) ist eine 3schiffige schöne Kirche. 30 m vor der Kirche steht der Glockenturm Tour St-Michel und überragt mit seinen 114 m als höchstes Bauwerk Südfrankreichs die Stadt. Er wurde 1472-1492 mit eckigem Grundriß errichtet. Sehenswert sind die Kapellen in den Seitenschiffen, die Gemälden, Reliefs und Altarwänden. Die Krypta wurde unter einer got. Wölbung errichtet. Die Kirche bietet einen schönen Ausbilck über die Stadt.

St-Sevrin

St-Sevrin (11. Jh.) ist eine ehem. Kollegiatskirche deren Torpartie und Krypta. Sie wurde im 12., 13. und 14. Jh. erneuert und dabei mit zahlreichen Kapellen ausgestattet. In ihrer Krypta sind bemerkenswerte Sakophage. Der hl. Severin und das Horn Rolands waren Ziel der Pilger. - Die Kirche stammt aus verschiedenen Zeiten: Vorhalle (11. Jh.), Chorhauben (12. Jh.), Portal (13. Jh.) die beiden rom. Glockentürme (15./16. Jh.) und die Fassade (19. Jh.) In der Kirche sind die 26 Alabastertafeln (15. Jh.) mit Mariendarstellungen, eine große Alabasterstatue, der steinerne Bischofsstuhl und die Kapelle ND-de-la-Rose sehenswert. In der Krypta sind Marmorsarkophage (6. Jh.), Steinplatten aus der Karolingerzeit und Grabstatuen (um 1500) zu sehen.

Ste-Croix

Ste-Croix (12. Jh.) wurde im 13. Jh. erneuret. Grundlegende Restaurierungsarbeiten des 19. Jh. stellte die rom. Fassade der Heilig-Kreuz-Kirche her, die zu den schönsten des Landes zählt. Sie besitzt schöne Kapitelle.

Sehenswürdigkeiten

  • Grosse-Cloche ist ein Torbau (13. und 15. Jh.). In ihm ist die Stadtglocke.
  • Caillau-Tor (15. Jh.) diente das 34 m hohe Tor des Palastes den Segelschiffen als Ballast.

Amphitheaters (3. Jh.) liegen die Reste an der Rue Fondaudege de Tourny.
Sein Fundament birgt die Mumiengruft mit 70 seit 1810 wohlerhaltenen Leichnamen. Die rom. Fassade wird durch zwei Turmstümpfe gerahmt.

  • Grand Théatre (1773-1780) gilt als der schönste Bau seiner Art in Frankreich.
  • Esplanade des Quinconces (1828) ist mit 126.000 m² der größte Platz Europas.

Sonstige Infos

Heilige

Legenden

Pilger

LSJ: In Bordeaux sind die Reliquien des hl. Bischofs und Bekenners Severinus zu besuchen, dessen Fest man am 23. Oktober feiert.

  • 1465: Dort ist ein sehr armes, unbebautes Land. Dort ist ein böses, mörderisches Volk. Es heißt Biskaya. In ihrem Lande mag man keine Notdurft zu Pferden haben, weder heu, Stroh, noch Ställe. Außerdem gibt es dort böse Herbergen. Dort führt man den Wein in Geißhäuten, und man findet nicht genug Brot, Fleisch und Fisch. In den Landen haben die Pfaffen Weiber und sind sehr schlecht gelehrt. Sie predigen auch nicht über die 10 Gebote.
  • 1495: Ich rate dir, dass du bis Bordeaux den geraden Weg gehst. Da gibt es viel Kürbis zu kaufen, und da kannst du Almosen betteln, wenn es nötig ist. Sie geben gern Wein und Brot in der Stadt. Da kannst du auch dein Geld gut sparen, dort musst du nämlich viel für die Überfahrt geben.

Logistik

Refugios

Campingplätze

Supermärkte

Quellen und weitere Infos

Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur

Links